
Die Kältemittelfüllmenge einer Wärmepumpe verstehen und die Rechtslage 2026
Wozu die Kältemittelfüllmenge dient: Leistung, Verbrauch und Zuverlässigkeit
Die Kältemittelfüllmenge ist der „Treibstoff" Ihrer Wärmepumpe. Zu wenig, und der Wärmeaustausch bricht ein. Zu viel, und der Druck steigt. In beiden Fällen verbraucht die Anlage mehr, verliert an Komfort und belastet den Verdichter. Eine korrekte Füllmenge schützt zudem den Ölrücklauf und begrenzt ungewollte Abschaltungen.
Welche Kältemittel Ihnen auf der Baustelle begegnen: R32, R410A und Vorsichtspunkte
Auf der Baustelle begegnen Ihnen vor allem R32 und R410A. R32 ist als A2L eingestuft (schwer entflammbar). Es erfordert konsequente Belüftung, das Fehlen von Funkenquellen und die Einhaltung der vom Hersteller vorgegebenen Höchstfüllmengen. R410A, älter, wird durch den Rückgang der HFKW zunehmend eingeschränkt. Mischen Sie niemals Kältemittel und saugen Sie vor jedem Eingriff immer erst ab.
Wichtige Pflichten 2026: F-Gase, Rückverfolgbarkeit, Sachkundenachweis und Dichtheitsprüfung
2026 verschärft die F-Gase-Verordnung die Reduktion der HFKW. Merken Sie sich vor Ort vier Grundregeln. Sachkunde des Unternehmens und Zertifizierung des Technikers. Rückverfolgbarkeit der Mengen (Zugabe, Entnahme). Verbot des Ablassens in die Atmosphäre. Dichtheitsprüfungen und Führung eines Registers gemäß den CO2e-Schwellenwerten, wobei eine automatische Leckerkennung die Kontrollintervalle verlängern kann. Um Entwicklungen bei den Kältemitteln vorwegzunehmen, siehe auch Kältemittel für Wärmepumpen 2026.
Die Kältemittelfüllmenge einer Wärmepumpe berechnen: praktische Methode für den Einsatz
Ausgangspunkt Typenschild und Herstelleranleitung (Nennfüllmenge)
Beginnen Sie an einer Wärmepumpe mit dem Typenschild. Dort finden Sie den Kältemitteltyp und die Nennfüllmenge (meist die Werksfüllung). Öffnen Sie anschließend die Anleitung. Viele Modelle sind für eine maximale Leitungslänge vorbefüllt. Die Anleitung nennt außerdem die Zusatzfüllmenge über diese Länge hinaus sowie die Anwendungsbedingungen.
Anpassung anhand der Kältemittelleitungen: Durchmesser, Länge und Höhenunterschied
Messen Sie die tatsächlichen Leitungslängen für Vor- und Rücklauf und prüfen Sie anschließend die verlegten Durchmesser. Der Hersteller liefert in der Regel eine Tabelle in g pro Meter je nach Durchmesser. Der Höhenunterschied wird nicht „nach Gefühl" ausgeglichen. Er wird über Verlegegrenzen und mitunter ein eigenes Verfahren geregelt. Nehmen Sie die Anpassung ausschließlich anhand der Herstellerwerte vor.
Prüfen mit dem richtigen Werkzeug: Waage, Füllstation, Monteurhilfe und Überhitzungs-/Unterkühlungswerte
Füllen Sie nach Gewicht mit einer Waage. Evakuieren Sie mit einer geeigneten Station und öffnen Sie anschließend die Ventile gemäß Verfahren. Stabilisieren Sie die Anlage bei der Inbetriebnahme und nehmen Sie zuverlässige Messwerte von Überhitzung und Unterkühlung mit Fühlern und Monteurhilfe. Vergleichen Sie diese mit den Herstellerwerten, bevor Sie korrigieren.
Wann und wie die Kältemittelfüllmenge nachfüllen, ohne sich angreifbar zu machen
Den richtigen Zeitpunkt erkennen: Inbetriebnahme, Leitungsaustausch, Eingriff nach einer Leckage
An einer Wärmepumpe wird die Nachfüllung anhand von Fakten entschieden, nicht „nach Gefühl". Sie erfolgt bei der Inbetriebnahme, wenn die Leitungslänge von der Herstellervorbefüllung abweicht, nach dem Austausch von Kältemittelleitungen oder nach der Behebung einer Leckage. Im letzten Fall erfolgt keine Nachfüllung, solange die Leckage nicht behoben, die Dichtheit nicht geprüft und der Kreislauf nicht wieder sauber ist.
Die Füllmethode wählen: nach Gewicht, in flüssiger Phase, und Sonderfälle je nach Kältemittel
Die sicherste Regel bleibt das Füllen nach Gewicht, mit Waage und Herstellerwert. Bei Gemischen (z. B. R410A) wird in flüssiger Phase gefüllt, um Entmischung zu vermeiden, wobei die Durchflussmenge auf der Saugseite begrenzt wird. Bei A2L- oder A3-Kältemitteln beachten Sie zudem die Sicherheitsvorgaben der Baustelle und des Herstellers.
Häufige Fehler vermeiden: Vermischen, Feuchtigkeit, unzureichende Evakuierung und Überfüllung
Vermeiden Sie jegliche Vermischung von Kältemitteln und „ergänzen" Sie niemals einen feuchten Kreislauf. Eine unzureichende Evakuierung lässt Luft und Wasser zurück, was zu Säurebildung und Ausfällen führt. Schließlich treibt eine Überfüllung Drücke und Stromstärken in die Höhe. Kontrollieren Sie Betriebsbedingungen, Überhitzung und Unterkühlung und dokumentieren Sie den Eingriff.
Sicherheits- und Qualitätsvorkehrungen: die unverzichtbaren Reflexe an einer Wärmepumpe
Baustellensicherheit: Gasrisiken, Verbrennungen, Druck, Belüftung und PSA
An einer Wärmepumpe schalten Sie die Stromversorgung ab, sichern den Zugang und sorgen während des gesamten Eingriffs für ausreichende Belüftung. Achten Sie auf das Risiko von Kältemittellecks, besonders bei bestimmten Modellen mit brennbarem Kältemittel. Vermeiden Sie jede Zündquelle, kontrollieren Sie den Druck der Schläuche und schützen Sie sich vor Verbrennungen an Wärmetauscher und Rohrleitungen. PSA-Mindestausstattung. Handschuhe, Schutzbrille, Sicherheitsschuhe, bei Bedarf Gehörschutz.
Dichtheit und Sauberkeit des Kreislaufs: Stickstoff, Löten, Trocknung und Evakuierung
Qualität entscheidet sich im Detail. Druckprobe und Lecksuche mit Stickstoff. Stickstoffspülung während des Lötens, um innere Oxidation zu begrenzen. Anschließend eine sorgfältige Evakuierung mit Standzeitprüfung, um Luft und Feuchtigkeit zu entfernen. Ein sauberer Kreislauf bedeutet weniger Ausfälle und einen dauerhaft stabilen COP.
Verpflichtende Rückverfolgbarkeit: Einsatzberichte, Register, Kennzeichnung und Kältemittelrückgewinnung
Gewinnen Sie das Kältemittel zurück, bevor Sie den Kreislauf öffnen, und verwenden Sie geeignetes Equipment. Notieren Sie die entnommenen und zugeführten Mengen sowie die Kältemittelbezeichnung. Bewahren Sie den Einsatzbericht auf, aktualisieren Sie das Register und prüfen Sie die Kennzeichnung. Diese Rückverfolgbarkeit schützt den Kunden, das Unternehmen und die Umwelt.
Fehlersuche: Anzeichen einer falschen Füllmenge und Abhilfemaßnahmen bei Luft/Wasser- und Luft/Luft-Wärmepumpen
Symptome aus Kundensicht: mangelnde Heizleistung, kurze Taktzyklen, ungewöhnliche Vereisung und Verdichtergeräusch
An einer Wärmepumpe zeigt sich eine zu niedrige oder zu hohe Kältemittelfüllmenge schnell. Der Kunde beschreibt mangelnde Heiz- oder Kühlleistung, eine Temperatur, die stagniert, wiederholte kurze Taktzyklen oder zu häufige Abtauzyklen. Sie können auch ungewöhnliche Vereisung am Wärmetauscher, Ölrückführungsprobleme und ein trockeneres oder unregelmäßiges Verdichtergeräusch beobachten.
Schnelldiagnose: Drücke, Temperaturen, Stromstärken und Vergleich mit Herstellertabellen
Bevor Sie das Kältemittel anfassen, sichern Sie die Betriebsbedingungen ab. Vorschriftsmäßiger Luft- oder Wasserdurchsatz, saubere Filter, geöffnete Ventile. Erfassen Sie Nieder- und Hochdruck, Rohrleitungstemperaturen, Überhitzung und Unterkühlung. Kontrollieren Sie die Stromstärke von Verdichter und Ventilatoren und vergleichen Sie diese mit der Herstellertabelle. Zuverlässige Messungen erfordern eine Stabilisierung im Betrieb und korrekt platzierte Fühler.
Dauerhaft beheben: Lecksuche, Reparatur, Druckprobe, Nachfüllung und Endkontrolle
Die richtige Antwort ist selten eine einfache Nachfüllung. Führen Sie eine Lecksuche durch, reparieren Sie, dann Druckprobe mit Stickstoff und Evakuierung. Füllen Sie nach der Herstellermethode nach, idealerweise durch Nachfüllung nach Gewicht. Schließen Sie mit einem vollständigen Test ab: Messwerte vorher/nachher, Kontrolle von Abtauzyklus und Delta T sowie Rückverfolgbarkeit im Einsatzbericht.
Kennzahlen
verpflichtend
Sachkundenachweis
für 5 bis 7 m Leitung
Werksfüllung
15 bis 30 g/m zusätzlich
Nachfüllmenge
Häufige Fragen
Sie rechnen in Tonnen CO2-Äquivalent (tCO2e), die sich aus dem Kältemittel und seiner Füllmenge ergeben: Oberhalb der F-Gase-Schwellenwerte werden eine regelmäßige Kontrolle und die Führung eines Registers verpflichtend. Die Häufigkeit hängt vom tCO2e-Wert ab und kann bei installierter automatischer Leckerkennung reduziert werden. In der Praxis stützen Sie sich auf das Herstellerdatenblatt und Ihr Kältemittelregister, um das CO2e zu berechnen und die Kontrollen zu planen.

Louis Airy
COO von Argile


