
Den Ug-Wert einer Verglasung verstehen: was Sie für Ihre RGE-Akten beherrschen müssen
Ug, Uw, Sw: die Kennwerte nicht verwechseln und wissen, was anzugeben ist
Der Ug-Wert (W/m².K) beschreibt die Wärmeverluste allein der Verglasung. Der Uw-Wert betrifft das gesamte Fenster, Rahmen inklusive. Der Sw-Wert (oder g) gibt die solaren Gewinne an. In einer RGE-Akte gibt man in der Regel Uw und Sw an, wenn ein komplettes Fenster ersetzt wird. Der Ug-Wert dient vor allem dann, wenn sich die Maßnahme nur auf die Verglasung bezieht (Austausch der Isolierverglasung).
Übliche Ug-Werte je nach Verglasungstyp (Doppel, Dreifach, Gas, Abstandhalter)
- „Alte“ Doppelverglasung mit Luftfüllung: Ug rund 2,7 bis 3,0.
- Low-E-Doppelverglasung mit Argon: Ug rund 1,1, teils 1,0 mit „Warm-Edge“-Abstandhalter.
- Leistungsstarke Dreifachverglasung: Ug rund 0,5 bis 0,7, je nach Gas und Dicken.
Toleranzen, Nachweise und häufige Fehler auf der Baustelle und in der Verwaltung
Stützen Sie sich auf die DoP, eine ACOTHERM-Klassifizierung oder ein Herstellerdatenblatt. Übernehmen Sie keinen „Katalog“-Ug-Wert, wenn sich die eingebaute Zusammensetzung ändert (Gas, Abstandhalter, Dicke). Klassischer Fehler: Ug statt Uw anzugeben, oder zu vergessen, dass das Ergebnis von den Berechnungsbedingungen abhängt (Norm und Abmessungen). Um Nichtkonformitäten bei einer Kontrolle zu vermeiden, stützen Sie sich auch auf die bewährten Praktiken aus Baustellen und Unterlagen vorbereiten.
Methode mit der Ug-Tabelle: den richtigen Wert schnell finden, ohne sich zu irren
Wo Sie die Ug-Tabelle finden: Herstellerdatenblätter, DTA/ATec, CE-Kennzeichnung und Baustellendokumente
Für eine Isolierverglasung steht die Ug-Tabelle in der Regel im technischen Datenblatt des Herstellers der Doppel- oder Dreifachverglasung. Suchen Sie auch nach der Leistungserklärung im Zusammenhang mit der CE-Kennzeichnung, oft mit dem Angebot oder dem Lieferschein mitgeliefert. Bei einem Gesamtsystem kann ein DTA oder ATec die validierten Zusammensetzungen und deren Ug-Werte präzisieren. Behalten Sie auf der Baustelle die Etiketten, den Fertigungsschein und, falls vorhanden, ein CEKAL-Zertifikat.
Eine Ug-Tabelle lesen: Dicken, Gas, Abstandhalter, Low-E-Beschichtung
Identifizieren Sie die Zusammensetzung (z. B. 4/16/4), dann das Gas (Luft, Argon, Krypton) und dessen Füllrate. Prüfen Sie den Abstandhaltertyp (Aluminium oder Warm Edge) und das Vorhandensein einer Low-E-Beschichtung. Nehmen Sie dann den nach EN 673 berechneten Ug-Wert. Das ist der Verglasungswert, nicht zu verwechseln mit Uw. Um auch die Eingabe der U-Koeffizienten (pauschal, berechnet oder gemessen) einzuordnen, siehe Eingabemethode des U-Koeffizienten.
Grenzfälle: alte Fensterrahmen, Teilaustausch und Maßverglasung
Wenn der Fensterrahmen alt ist oder Sie nur die Verglasung ersetzen, fehlt oft die genaue Zusammensetzung. Messen Sie die Gesamtdicke, erkennen Sie die Low-E-Beschichtung (Spiegeltest), und bitten Sie dann den Glaser um eine gleichwertige Zusammensetzung mit dokumentiertem Ug-Wert. Fordern Sie für eine Maßverglasung ein Fertigungsblatt oder eine Ug-Berechnung (EN 673) an. Bleiben Sie im Zweifel bei einer vorsichtigen Option.
Verglasung in Argile eingeben: Zeit bei der Ug-Berechnung sparen und Ihre Annahmen absichern
Die Verglasung erfassen: nützliche Felder, Detailgrad und gute Eingabepraxis
Identifizieren Sie in Argile zunächst die häufigste Verglasung der Wohnung. Geben Sie den Typ (Doppel, Dreifach, alt), das Vorhandensein einer Low-E-Beschichtung, das Gas (Luft, Argon) und, falls vorhanden, die Herstellerreferenz ein. Bei mehreren nebeneinander bestehenden Fenstern gruppieren Sie diese in konsistente Familien. Ein Foto des Produktdatenblatts oder der Kennzeichnung auf dem Abstandhalter erspart Ihnen wacklige Annahmen.
Tabellen und Standardwerte nutzen: wann sie akzeptabel sind, wann Sie anpassen sollten
Fehlt die genaue Referenz, bieten Tabellen und Standardwerte eine schnelle Grundlage, um den Ug-Wert zu schätzen und mit der Vorkalkulation voranzukommen. Akzeptieren Sie diese für eine erste Simulation. Passen Sie sie an, sobald Sie eine Herstellererklärung erhalten, besonders wenn der Abstandhalter „Warm Edge“ ist, das Gas nicht standardmäßig ist oder die Verglasung sehr alt ist. Behalten Sie die gleiche Annahme vom Szenario bis zum Angebot bei.
Konsistenzprüfung: Unstimmigkeiten vor dem Angebot und vor dem Audit erkennen
Führen Sie vor dem Angebot und vor dem Audit eine einfache Prüfung durch. Ein sehr niedriger Ug-Wert bei einer Einfachverglasung ist ein Warnsignal. Prüfen Sie auch, dass Sie Ug (Glas) nicht mit Uw (gesamter Fensterrahmen) verwechseln. Letzterer hängt vom Rahmen und den Abmessungen ab. Argile hilft, diese Abweichungen zu erkennen, um Ihre Margen und Ihre Zusagen abzusichern.
Vom Ug-Wert zum Angebot: die Berechnung und Förderungen (MaPrimeRénov' und CEE) reibungslos integrieren
Einfluss der Verglasung auf die Leistung: Gewerke priorisieren und die Gesamtsanierung verkaufen
Der Ug-Wert misst den Wärmeverlust der Verglasung. Je niedriger, desto besser. Aber das Fenster wird auch nach Uw-Wert und Einbau beurteilt. Eine gute Verglasung kann helfen, Komfort zu gewinnen, besonders wenn Sie auch Dämmung und Lüftung behandeln. Das ist der ideale Ansatzpunkt, um eine Gesamtsanierung vorzuschlagen, mit einem klaren Szenario statt eines Einzelaustauschs „Stück für Stück“.
Ihre Entscheidungen ins Angebot übersetzen: klare Bezeichnungen, aufzubewahrende Nachweise und Rückverfolgbarkeit
Notieren Sie im Angebot den Fensterrahmentyp, die Abmessungen, Uw, Ug, den Solarfaktor, die Einbauart und die Lüftungsöffnungen. Bewahren Sie technische Datenblätter, RGE-Nachweise, Fotos und detaillierte Rechnungen auf. Bei MaPrimeRénov' und den CEE hängt die Konformität oft an einem vergessenen Vermerk. Ein rückverfolgbares Angebot vermeidet Reklamationen.
Kalkulation und Verwaltung in Argile automatisieren: weniger Hin und Her und Versäumnisse
Argile verwandelt Ihre Entscheidungen in konsistente Angebotspositionen, berechnet die Förderungen MaPrimeRénov' und CEE je nach Profil und erstellt die Liste der beizufügenden Unterlagen. Sie sparen Zeit bei der Kalkulation und sichern die Akte ab, ohne dreimal dieselbe Eingabe zu wiederholen.
Bewährte Praktiken 2026: Ihre Ug-Werte zuverlässig machen und Blockaden bei Kontrollen vermeiden
Zu archivierende Unterlagen 2026: technische Datenblätter, Verglasungsreferenzen, Leistungsnachweis
Führen Sie für jede Baustelle eine einfache, vollständige Akte. Archivieren Sie die DoP und die CE-Kennzeichnung des Fensters, das technische Datenblatt der Verglasung mit der genauen Referenz (Zusammensetzung, Gas, Abstandhalter) und den zugehörigen Ug-Wert. Fügen Sie die Bestellung und die Rechnung hinzu, die die eingebaute Referenz eindeutig mit der Wohnung verknüpfen. Bei einer Kontrolle macht oft die Rückverfolgbarkeit den Unterschied.
Checkliste am Ende der Ortsbegehung: Fotos, Maße, Kennzeichnung und Varianten
- Foto des Etiketts, des Siebdrucks oder der Bestellreferenz der Verglasung.
- Nützliche Maße: Breite, Höhe, Dicke, Öffnungsrichtung, Fensterbänke.
- Kennzeichnung je Fensterrahmen: Raum, Ausrichtung, Einschränkungen. Rollläden, Gitter, Geländer.
- Notieren Sie mögliche Varianten (Doppel oder Dreifach) und den Einfluss auf Ug-Wert und Lieferzeit.
Ihre Methode standardisieren: Eingabevorlagen und Verglasungsbibliothek in Argile
Standardisieren Sie die Eingabe. Eine Zeile je Fensterrahmen mit Verglasungsreferenz, Ug-Wert, Dokumentationsquelle und Anhang. In Argile vermeidet eine Verglasungsbibliothek Werte „nach Gefühl“. Sie nutzen bereits validierte Referenzen wieder und sichern Ihre Angebote ab, ohne bei einer Kontrolle ins Stocken zu geraten.
Kennzahlen
0,5 bis 0,7 W/m²·K
Ug Dreifachverglasung Argon
1,1 W/m²·K
Ug Doppelverglasung Argon 4/16/4
Häufige Fragen
Sie geben Ug nur ein, wenn sich die Maßnahme allein auf die Verglasung bezieht (Austausch einer Isolierverglasung bei erhaltenem Rahmen). Wenn Sie das gesamte Fenster ersetzen, werden in der Regel Uw und Sw (bzw. g) verlangt. Im Zweifelsfall stützen Sie sich auf die genaue Bezeichnung der Maßnahme sowie auf die Leistungserklärung (DoP) bzw. das Herstellerdatenblatt zum eingebauten Produkt.

Louis Meneteau
CPO von Argile


