Die Energieeffizienzklasse eines Warmwasserbereiters ergibt sich aus dem Warmwasserbereitungs-Wirkungsgrad ηwh, und die Skala, die daraus einen Buchstaben macht, ändert sich mit jedem angegebenen Zapfprofil. Tabelle 1 des Anhangs II der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 812/2013 legt sie fest: Klasse A beginnt im Profil S bei 38 % und im Profil M bei 65 %. Für Speicher gilt eine zweite Skala, berechnet aus dem Bereitschaftsverlust S in Watt. Seit dem 26. September 2017 begrenzt das Ökodesign diesen Verlust auf die Grenze der Klasse C, sodass ein Speicher mit Klasse D oder schlechter nicht mehr in Verkehr gebracht werden darf.
Was die Klasse tatsächlich misst
ηwh, der Wirkungsgrad hinter der Klasse
Die Klasse eines Warmwasserbereiters bildet eine einzige Kennzahl ab, den Warmwasserbereitungs-Wirkungsgrad ηwh, gemessen über einen genormten Zapfzyklus von 24 Stunden. Das ist weder eine momentane Leistungszahl noch ein Verbrennungswirkungsgrad noch ein isolierter Erzeugerwirkungsgrad. Bei Solar- und Wärmepumpengeräten wird ηwh nach Anhang VIII der Verordnung unter mittleren Klimabedingungen berechnet, weshalb dieselbe Maschine in kaltem und warmem Klima unterschiedliche Werte ausweist.
Das Zapfprofil bestimmt die Skala
Das Zapfprofil ist keine grobe Verbrauchsangabe, es ist der Prüfzyklus selbst. Zu jedem Profil gehört eine Referenzenergie Qref, definiert in Anhang III der Verordnung 814/2013.
| Profil | 3XS | XXS | XS | S | M | L | XL | XXL | 3XL | 4XL |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Qref (kWh) | 0,345 | 2,100 | 2,100 | 2,100 | 5,845 | 11,655 | 19,07 | 24,53 | 46,76 | 93,52 |
XXS, XS und S teilen sich dieselbe Referenzenergie und unterscheiden sich nur im zeitlichen Ablauf der Zapfungen. Das vom Hersteller angegebene Profil ist somit die Wahl eines Prüfzyklus, und diese Wahl bestimmt anschließend die angewandte Skala.
Zwei Label sind weiterhin im Umlauf
Die gedruckte Skala wurde am 26. September 2017 geändert, ohne dass sich ein Schwellenwert bewegt hätte. Vorher registrierte Geräte tragen ein Label von A bis G, später registrierte eines von A+ bis F. Allein bei Warmwasserbereitern reicht die Berechnungsskala bis A+++, ein für elektrische Direktheizung unerreichbares Niveau. Zwei unterschiedliche Label auf zwei Datenblättern bedeuten daher nicht, dass eines davon veraltet wäre.
Die Klassentabelle, Profil für Profil
Die Tabelle für die Baustellenmappe
Schwellenwerte für ηwh in Prozent, Tabelle 1 des Anhangs II der Verordnung 812/2013. Die Profile 3XL und 4XL existieren im Ökodesign, haben aber keine Kennzeichnungsklasse.
| Klasse | 3XS | XXS | XS | S | M | L | XL | XXL |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A+++ | 62 | 62 | 69 | 90 | 163 | 188 | 200 | 213 |
| A++ | 53 | 53 | 61 | 72 | 130 | 150 | 160 | 170 |
| A+ | 44 | 44 | 53 | 55 | 100 | 115 | 123 | 131 |
| A | 35 | 35 | 38 | 38 | 65 | 75 | 80 | 85 |
| B | 32 | 32 | 35 | 35 | 39 | 50 | 55 | 60 |
| C | 29 | 29 | 32 | 32 | 36 | 37 | 38 | 40 |
| D | 26 | 26 | 29 | 29 | 33 | 34 | 35 | 36 |
| E | 22 | 23 | 26 | 26 | 30 | 30 | 30 | 32 |
| F | 19 | 20 | 23 | 23 | 27 | 27 | 27 | 28 |
Jeder Wert ist die untere Grenze seiner Klasse: Die Klasse reicht bis zum Schwellenwert der nächsthöheren, und unterhalb der Zeile F liegt Klasse G.
Warum manche Schwellen über 100 % liegen
In den Profilen M bis XXL beginnen die Klassen A+ und darüber jenseits von 100 %. Das ist kein Druckfehler: ηwh setzt die abgegebene Nutzenergie ins Verhältnis zur aufgenommenen Energie, und eine Wärmepumpe oder Solaranlage gibt mehr ab, als sie an Strom bezieht. Für einen elektrischen Direktheizer sind diese Niveaus unerreichbar, was die Ökodesign-Stufe von 2018 für die großen Profile bestätigt.
Was das Ökodesign bereits ausschließt
Die Verordnung 814/2013 setzt Mindestwerte, die durch die Klasse sichtbar werden, aber unabhängig von ihr gelten.
| Angegebenes Profil | 3XS | XXS | XS | S | M | L | XL | XXL | 3XL | 4XL |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Seit 26.09.2015 | 22 | 23 | 26 | 26 | 30 | 30 | 30 | 32 | 32 | 32 |
| Seit 26.09.2017 | 32 | 32 | 32 | 32 | 36 | 37 | 37 | 37 | 37 | 38 |
| Seit 26.09.2018 | n/a | n/a | n/a | n/a | n/a | n/a | n/a | 60 | 64 | 64 |
Die Stufe von 2018 auf den großen Profilen hat die elektrische Direktheizung aus Anlagen ab XXL verdrängt: Bei 60 % Mindest-ηwh bestehen nur Wärmepumpen, Solaranlagen und Gas-Brennwertgeräte.
Speicher haben ihre eigene Skala
Der Bereitschaftsverlust ist eine Leistung, kein Verbrauch
Die Verordnung definiert den Bereitschaftsverlust S als die vom Speicher bei gegebener Wasser- und Umgebungstemperatur abgegebene Wärmeleistung in Watt. Jedes Datenblatt, das ihn in kWh je 24 Stunden ausweist, hat umgerechnet, was für den Kunden hilfreich, aber nicht die regulatorische Angabe ist. Aufzunehmen ist der Wert in Watt, denn nur er erlaubt die Neuberechnung der Klasse.
Die acht Formeln der Tabelle 2
Klassen für Warmwasserspeicher, Anhang II Nummer 2 der Verordnung 812/2013, mit V als Speichervolumen in Litern.
| Klasse | Bereitschaftsverlust S, in Watt |
|---|---|
| A+ | S < 5,5 + 3,16 × V^0,4 |
| A | 5,5 + 3,16 × V^0,4 ≤ S < 8,5 + 4,25 × V^0,4 |
| B | 8,5 + 4,25 × V^0,4 ≤ S < 12 + 5,93 × V^0,4 |
| C | 12 + 5,93 × V^0,4 ≤ S < 16,66 + 8,33 × V^0,4 |
| D | 16,66 + 8,33 × V^0,4 ≤ S < 21 + 10,33 × V^0,4 |
| E | 21 + 10,33 × V^0,4 ≤ S < 26 + 13,66 × V^0,4 |
| F | 26 + 13,66 × V^0,4 ≤ S < 31 + 16,66 × V^0,4 |
| G | S größer als 31 + 16,66 × V^0,4 |
Die Grenze der Klasse C, 16,66 + 8,33 × V^0,4, ist exakt die Obergrenze, die Nummer 2.1 des Anhangs II der Verordnung 814/2013 seit dem 26. September 2017 vorschreibt. Ein neuer Speicher kann daher nicht mehr unterhalb der Klasse C ausgeliefert werden.
Was das in Watt bedeutet
Aus den Formeln der Tabelle 2 berechnete Werte, auf eine Nachkommastelle gerundet.
| Volumen | Schwelle A+ | Schwelle A | Schwelle B | Regulatorische Obergrenze, Grenze C |
|---|---|---|---|---|
| 50 l | 20,6 W | 28,8 W | 40,4 W | 56,5 W |
| 100 l | 25,4 W | 35,3 W | 49,4 W | 69,2 W |
| 200 l | 31,8 W | 43,9 W | 61,4 W | 86,0 W |
| 300 l | 36,4 W | 50,1 W | 70,1 W | 98,2 W |
| 500 l | 43,5 W | 59,5 W | 83,2 W | 116,7 W |
Ein 200-Liter-Speicher mit 85 W ist konform und Klasse C, mit 31 W dagegen A+. In Energie umgerechnet entsprechen die 54 W Differenz rund 470 kWh pro Jahr, direkt vergleichbar mit den Speicherverlusten, die die französische Referenztabelle des Energieausweises dem Speicher zurechnet.
Eine genannte Klasse prüfen, bevor Sie sie zusagen
Was in EPREL steht
Die EPREL-Datenbank der Kommission veröffentlicht für jedes registrierte Modell ein Datenblatt. Bei einem Warmwasserbereiter finden Sie dort die Klasse, das angegebene Zapfprofil und den Wirkungsgrad ηwh samt der Varianten für kaltes und warmes Klima. Bei einem Speicher finden Sie den Bereitschaftsverlust in Watt und das Volumen, also genau die beiden Eingangsgrößen für die eigene Klassenberechnung.
Die Fallstricke im Datenblatt
- Eine Klasse ohne Zapfprofil sagt nichts aus, das ist die erste nachzufordernde Angabe.
- Ein Bereitschaftsverlust in kWh je 24 Stunden ist eine Umrechnung, nicht die regulatorische Größe.
- Speichergeräte der kleinen Profile sind volumenbegrenzt: 7 Liter bei 3XS, 15 Liter bei XXS und XS, 36 Liter bei S.
- Ein Label von A bis G und eines von A+ bis F können bei zwei konkurrierenden Modellen nebeneinander bestehen, ohne dass eines veraltet wäre.
Was ins Angebot gehört
Genaue Handelsbezeichnung, angegebenes Zapfprofil, Klasse und bei einem separaten Speicher der Bereitschaftsverlust in Watt samt Volumen. Eine Zeile wie „Warmwasserbereiter Klasse A 200 l" verpflichtet zu nichts und lässt sich nicht überprüfen. Abtippen muss man davon nichts, sobald die Referenz die Daten mitbringt: Argile baut Ihren Katalog aus geprüften Herstellerdaten auf, samt Zapfprofil und Klasse, und übernimmt sie in die Angebotszeile. Zu Aufbau und Pflichtangaben eines Angebots siehe die Pflichtangaben eines Sanierungsangebots.
Was die Klasse auf der Baustelle nicht aussagt
Ein gut eingestuftes, falsch gewähltes Profil bleibt falsch gewählt
Klasse A+ im Profil S beschreibt ein Gerät, das bei kleinen Zapfmengen gut arbeitet. Bei einer vierköpfigen Familie eingebaut, wird es außerhalb seines Prüfbereichs betrieben, und der Komfort bricht ein, ohne dass die Klasse gelogen hätte. Das Profil folgt aus den bei der Begehung erfassten gleichzeitigen Zapfungen, das Volumen wird danach festgelegt, wie im Beitrag zum Speichervolumen für Warmwasser beschrieben.
Der Aufstellraum bestimmt die reale Leistung einer Wärmepumpe
Der ηwh eines Wärmepumpen-Warmwasserbereiters wird unter mittleren Klimabedingungen gemessen. In einem engen, schlecht belüfteten oder kalten Raum bricht die reale Leistung ein, und der Elektroheizstab übernimmt. Verfügbares Luftvolumen, Kanalführung und Kondensatablauf gehören in die Begehung, bevor das Fabrikat festgelegt wird.
Das Produktlabel ist nicht der Gebäudeausweis
Die Produktklasse stammt aus europäischem Recht, die Gebäudebewertung aus einem nationalen Berechnungsverfahren. Beide verwenden dieselben Buchstaben und messen Unterschiedliches. Keine Produktklasse garantiert eine bessere Gebäudestufe, und Entsprechendes gehört nicht in ein Angebot. Zum benachbarten Thema der Verteilverluste siehe die Warmwasser-Zirkulationsleitung.



