
Ihren Bedarf klar definieren, bevor Sie das Holz wählen
Haupt- oder Zusatzheizung: die Nutzung verändert alles
Wenn Holz Ihre Hauptheizung wird, suchen Sie Autonomie und gleichmäßige Wärme. Das führt zu einem auf die Fläche dimensionierten Gerät und zu einem einheitlichen, trocken gelagerten Brennstoff. Bei einer Zusatzheizung geht es eher um Reaktionsfähigkeit. Sie können kürzere Abbrände und ein leicht zu entzündendes Format bevorzugen.
Gerätetyp: Ofen, Kamineinsatz, Holzkessel oder Pelletkessel
Ein Ofen oder Kamineinsatz läuft meist mit Scheitholz. Ein Holzkessel zielt auf Zentralheizung und Warmwasserbereitung mit einem größeren Holzvolumen ab. Der Pelletkessel wiederum setzt auf Automatisierung und einen Komfort nahe dem von Gas. In jedem Fall zählt die Holzqualität. Setzen Sie auf gut getrocknetes Scheitholz oder zertifizierte Pellets.
Alltäglicher Komfort: Lagerung, Handhabung und Beschickung
Die richtige Wahl entscheidet sich auch im Alltag. Scheitholz braucht Platz, Trocknungszeit und Handhabung. Pellets brauchen einen geeigneten Lagerraum, oft ein Silo, mit möglicher Anlieferung. Wenn Sie eine einfache Lagerung und weniger Handhabung wünschen, macht die automatische Beschickung schnell den Unterschied.
Scheitholz: das „traditionelle" Holz für Öfen und Kamineinsätze
Holzarten, Feuchtegehalt und Trocknung: die Punkte, die die Leistung ausmachen
Setzen Sie bei einem Ofen oder Kamineinsatz auf trockenes Holz. Dichte Laubhölzer (Eiche, Buche, Hainbuche) geben bei gleicher Menge mehr Wärme ab und verschmutzen weniger. Das entscheidende Kriterium ist die Feuchte. Unter 20 % zündet das Holz sauber, der Wirkungsgrad steigt und die Rauchemissionen sinken. Verlangen Sie eine Lufttrocknung von mindestens 18 bis 24 Monaten oder eine Trocknung im Trockner mit Kontrollnachweis. Mehr dazu finden Sie in unserem Leitfaden zum Feuchtegehalt von Brennholz.
Länge, Durchmesser, Ster: die gleiche Sprache mit Ihren Kunden sprechen
Vor Ort dreht sich alles um Abmessungen und Volumen. Bestätigen Sie die Nutzlänge (oft 25, 33 oder 50 cm) und einen Durchmesser, der Spaltschäden begrenzt. Klären Sie den Begriff des gestapelten Sters. Ein Ster aus 1-m-Scheiten hat nicht das gleiche Schüttvolumen wie einer aus 50- oder 33-cm-Scheiten. Geben Sie stets die Länge und die Stapelart an.
Qualität, Herkunft und Lieferung: böse Überraschungen auf der Baustelle vermeiden
Um Überraschungen zu vermeiden, fordern Sie eine nachverfolgbare Herkunft, einen bei Lieferung gemessenen Feuchtegehalt und, wo möglich, ein NF-Gütesiegel oder gleichwertig. Prüfen Sie das Vorhandensein von Feinanteil und Rinde, das Fehlen von Schimmel, und planen Sie eine trockene, zugängliche Abladestelle ein. Eine detaillierte Rechnung schützt sowohl Sie als auch Ihre Kunden.
Pellets: kalibriertes Holz für gleichmäßige Leistung
Durchmesser, Dichte, Feinanteil: wie man ein gutes Pellet erkennt
Ein gutes Pellet ist trockenes, homogenes Holz. Setzen Sie auf eine anerkannte Zertifizierung wie ENplus A1. Optisch ist der Durchmesser gleichmäßig (oft 6 mm), die Farbe bleibt stabil und der Sack enthält sehr wenig Staub. Zu viel Feinanteil und Feuchte, und die Förderschnecke muss sich anstrengen, die Flamme wird instabil und der Wirkungsgrad sinkt.
Silo, Säcke, lose Schüttung: die richtige Verpackung je nach Gebäude wählen
Das Silo ist ideal, wenn Sie den ganzen Winter über heizen. Es sichert die Autonomie, sofern ein trockener und für den Einblas-Lkw zugänglicher Raum vorhanden ist. Säcke helfen sowohl im Haus als auch in der Wohnung aus, erfordern aber Handhabung und eine Lagerecke. Die lose Anlieferung ist im Betrieb oft die wirtschaftlichste Lösung, sofern die lose Anlieferung möglich ist, ohne zu viele Bögen und eine zu große Schlauchlänge zu benötigen.
Wartung und Einstellungen: Verschmutzung und Ausfälle begrenzen
Ein sauberer Brennstoff hilft, aber die Wartung macht den Unterschied. Halten Sie den Aschekasten sauber, saugen Sie die Brennschale aus, prüfen Sie die Dichtungen und Lufteinlässe. Bei den Einstellungen verschmutzt eine zu hohe Pelletzufuhr das Gerät schnell. Stützen Sie sich auf die Anleitung und lassen Sie die Verbrennung bei der jährlichen Wartung kontrollieren.
Hackschnitzel: das „kollektive" Holz für großen Wärmebedarf
Für welche Projekte: Gewerbegebäude, Wohnungseigentümergemeinschaften, Wärmenetze
Hackschnitzel eignen sich, wenn lange und mit hoher Leistung geheizt werden muss. Schulen, Turnhallen, Pflegeheime, Wohnungseigentümergemeinschaften oder kleine Wärmenetze. Der Vorteil zeigt sich bei hohem Durchsatz und regelmäßigem Verbrauch. Planen Sie einen eigenen Heizraum, eine Betriebsüberwachung und einen soliden Wartungsvertrag ein.
Korngröße, Feuchte, Staub: die zu kontrollierenden technischen Kriterien
Die Qualität des Brennstoffs bestimmt die Leistung. Fordern Sie eine stabile Korngröße gemäß den üblichen Hackschnitzelklassen und eine kontrollierte Feuchte je nach Jahreszeit. Zu feucht, sinkt der Wirkungsgrad und die Rauchemissionen steigen. Zu viel Feinanteil und Staub bedeuten mehr Verstopfung, mehr Verschleiß und daraus resultierende Stillstände.
Logistik und Lagerung: Lkw-Zufahrt, Plattform, Förderschnecke und Sicherheit
Auf der Baustelle dreht sich alles um die Lkw-Zufahrt und die Lagerung. Berücksichtigen Sie den Wenderadius, die Abladehöhe und den Platz zum Rangieren. Planen Sie für das Silo ein Puffervolumen, eine saubere Plattform und ein zuverlässiges Austragungssystem (Förderschnecke, Rührwerk) ein. Ergänzen Sie Brandschutz, Belüftung und Temperaturüberwachung.
Preis, Förderungen und die richtige Wahl 2026: sicher entscheiden
Die tatsächlichen Holzkosten vergleichen: Nutzenergie, Wirkungsgrad und Verluste
Rechnen Sie zum Vergleich alles auf die Kosten pro Nutz-kWh um. Zu feuchtes Holz oder ein mittlerer Wirkungsgrad, und die Rechnung steigt unbemerkt. Streben Sie 2026 gut getrocknetes Scheitholz an (um die 20 % Feuchte), zertifizierte Pellets, und rechnen Sie dann einfach: Lieferpreis geteilt durch den Heizwert, dann durch den Wirkungsgrad des Geräts. Addieren Sie die Verluste. Lagerung, Handhabung, Asche, Kaminreinigung.
Förderungen 2026: MaPrimeRénov', CEE, ermäßigte Mehrwertsteuer und RGE-Anforderungen je nach Fall
MaPrimeRénov' und CEE-Prämien können einen Holzofen oder -kessel fördern, wenn die geforderte Leistung erreicht wird und wenn der Betrieb bei Bedarf über die Zertifizierung RGE Qualibois verfügt. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 5,5 % gilt oft für energetische Verbesserungsarbeiten an Wohngebäuden, die älter als 2 Jahre sind, mit entsprechender Bescheinigung.
Argumentation für den Kunden: die richtige Wahl zwischen Scheitholz, Pellets und Hackschnitzeln treffen
Scheitholz. Überschaubare Investition, aber mehr Aufwand und Platzbedarf. Pellets. Automatischer Komfort, gleichbleibende Qualität, preislich stärker vom Markt abhängig. Hackschnitzel. Sinnvoll bei hoher Leistung oder im kollektiven Einsatz, sofern Sie über Lagerraum und eine lokale Versorgung verfügen. Die richtige Wahl ist diejenige, die der Kunde tatsächlich täglich nutzen wird.
Kennzahlen
2,5 bis 3,5 kWh/kg
Heizwert Hackschnitzel
4,6 kWh/kg
Heizwert Pellets
3,8 kWh/kg (bei 20 % Feuchte)
Heizwert Scheitholz
Häufige Fragen
Streben Sie bei Scheitholz einen gemessenen Feuchtegehalt unter 20 % an und, wenn möglich, ein Gütesiegel wie NF Bois de chauffage (oder gleichwertig) mit Rückverfolgbarkeit. Bei Pellets fordern Sie ENplus A1 (oder DINplus) und vermeiden Sie zu staubige Säcke (hoher Feinanteil). Bei Hackschnitzeln ist die Norm ISO 17225 die Referenz, mit einer an den Kessel angepassten Korngröße und Feuchte.

Louis Airy
COO von Argile


