Unverzichtbare Prüfungen vor dem Bohren: Luftschicht sichern und Kondensation vermeiden
Die Unterdeckung identifizieren: HPV-Unterspannbahn, nicht-HPV-Bahn oder keine Bahn (Auswirkung auf die Lüftung)
Bevor Sie mit der Dämmung der Dachschrägen per Einblasverfahren beginnen, öffnen Sie eine Kontrollstelle (Traufe, First, Revisionsöffnung) und identifizieren Sie die Unterdeckung. Prüfen Sie Kennzeichnung und Zustand. Eine HPV-Bahn verträgt die Nähe zur Dämmung in der Regel besser. Eine nicht-HPV-Bahn oder das Fehlen einer Bahn erfordern, dass Sie eine durchgehend belüftete Luftschicht zwischen Dacheindeckung und Dämmstoff erhalten.
Die Kontinuität der Luftschicht unter Bahn oder unter Lattung kontrollieren: freie Zu- und Abluft unten und oben in der Dachneigung
Ihre Priorität ist die Luftschicht. Prüfen Sie, dass die Luft unten an der Traufe einströmt (Trauflüfter, Gitter, Kamm) und oben am First austritt (belüfteter First, Dachlüfter). Stellen Sie sicher, dass nichts sie blockiert (vorhandene Dämmung, Staub, Holz, abgesackte alte Unterspannbahn). Eine Sichtkontrolle oder eine Endoskopkontrolle an mehreren Sparrenfeldern verhindert das Bohren „ins Blaue hinein“.
Hindernisse und Besonderheiten erfassen: Pfetten, Aussteifungen, Spots, Leitungen, Elektroboxen und Durchdringungen
- Erfassen Sie Pfetten, Wechsel, Aussteifungen, Öffnungen und Kehlen, um die Abtrennung je Sparrenfeld einzuplanen.
- Lokalisieren Sie Spots und Elektroboxen. Sichern Sie die Volumen und vermeiden Sie jede Verfüllung in direkter Nähe einer Wärmequelle.
- Ortieren Sie Leitungen und Durchdringungen. Halten Sie die Brandschutzabstände ein und planen Sie nach dem Bohren eine dichte Verschließung.
Einen wirklich dämmstoffdichten Hohlraum schaffen: die Grundlage der Einblasdämmung in geschlossenen Dachschrägen
Die Hohlraumhaut innen wählen und montieren: luftdicht und zugleich druckfest beim Einblasen
Bei der Dämmung von Dachschrägen per Einblasverfahren verlassen Sie sich nicht auf die vorhandene Bekleidung. Erstellen Sie eine durchgehende Haut aus luftdichter Membran oder einem für das Einblasen vorgesehenen verstärkten Vlies, auf den Sparren mit Konterlattung befestigt. Das Ziel ist klar: den Einblasdruck aufnehmen und jede Migration des Dämmstoffs in technische Hohlräume verhindern.
Die Anschlüsse luftdicht ausbilden: Tackerung, Klebebänder, Dichtmasse, Rand- und Detailausbildung
Arbeiten Sie wie bei einer luftdichten Gebäudehülle. Tackern Sie dicht, überlappen Sie die Bahnen und verkleben Sie sie dann mit einem geeigneten Untergrundkleber bzw. Klebeband. Im Randbereich und auf unebenen Untergründen setzen Sie eine Dichtmasse. Bearbeiten Sie Ränder, Pfetten, Kehlen, Öffnungen, Leitungen und Dosen konsequent, um Leckagen zu vermeiden.
Nach Sparrenfeldern abtrennen: Abschlüsse am Fuß und am Kopf der Dachschräge gegen Migration und Setzung
Schließen Sie jedes Sparrenfeld am Fuß und am Kopf mit einem starren Bauteil oder einem verstärkten Netz, das auf gesundem Holz befestigt wird. So verhindern Sie, dass der Dämmstoff zur Traufe oder zum First wandert, und stabilisieren die Füllung. Vor dem Bohren gilt: Die Luftschicht unter dem Dach bleibt frei; bei Bedarf mit Umlenkblechen. Für die Einordnung guter Praxis siehe auch Dämmung von Dachschrägen.
Die Einblasung ausführen: Dichte, Bohrbild und homogene Verfüllung ohne Setzung
Die Fülldichte einstellen: dichter als bei einer offenen Dachbodendämmung, damit die Schräglage hält (und warum)
Bei der Dämmung von Dachschrägen per Einblasverfahren gilt: „kompakt verpackt“. In einer geneigten Fläche wirkt auf losen Dämmstoff eine Schwerkraftkomponente. Bei einer Dichte wie bei offener Dachbodendämmung rutscht er und setzt sich am Kopf der Schräge. Stellen Sie die Maschine so ein, dass eine höhere Dichte erreicht wird, die die Fasern untereinander verriegelt und das Volumen stabilisiert.
| Konfiguration | Ziel-Dichte (kg/m³) |
|---|---|
| Offener Dachboden (Aufblasdämmung) | 25 bis 35 |
| Geschlossene Dachschräge (Einblasdämmung) | 55 bis 65 |
Das Bohrbild und den Bohrdurchmesser festlegen: Achsabstände, zonenweises Vorgehen und Füllfortschritt
Bohren Sie mit dem zum Einblasstutzen und Schlauch passenden Durchmesser und arbeiten Sie feldweise nach der Abtrennung. Halten Sie einen gleichmäßigen Achsabstand ein (in der Regel 60 bis 80 cm) und arbeiten Sie von unten nach oben in Etappen. Sie füllen einen Bereich, verschließen ihn und gehen dann zum nächsten über.
Während der Ausführung kontrollieren: Materialrücklauf, Gegendruck, Verhalten des Hohlraums und Behandlung von „Leerstellen“
Beobachten Sie den Materialrücklauf an der Bohröffnung, den Gegendruck im Schlauch und jede Verformung des Hohlraums. Klingt ein Bereich hohl oder bleibt er mit der Wärmebildkamera kalt, bohren Sie lokal nach und ergänzen Sie die Füllung. Dokumentieren Sie die eingebrachte Masse (Sacknachweis) und gleichen Sie sie mit der bearbeiteten Fläche ab. Zum Vergleich mit den guten Praxisregeln der Dachdämmung per Aufblasverfahren sollten Sie sich merken, dass sich Dichten und Füllkontrollen zwischen horizontalem Aufblasen und Einblasen in Dachschrägen unterscheiden.
Verschließen, Verputzen und Fertigstellen: sauber schließen, ohne den Hohlraum zu schwächen
Die Einblasöffnungen verschließen: Stopfen, Verstärkungsteile und dauerhafte Luftdichtheit
Nach der Dämmung der Dachschrägen per Einblasverfahren verschließen Sie jede Bohrung mit einem passenden starren Stopfen, der auf einem Verstärkungsteil sitzt, damit die Bekleidung nicht ausreißt. Stellen Sie die luftdichte Schicht mit einer Membran oder einem geeigneten Klebeband wieder her. Ziel: keine Dämmstoffaustritte und eine durchgehende Barriere.
Bekleidung schließen und instand setzen: Platten, Spachtel, Fugen und optische Kontinuität
Wenn die Bekleidung ausgeschnitten wurde, setzen Sie ein Plattenstück auf Unterkonstruktion wieder ein, verschrauben Sie es und verspachteln sowie bebanden Sie es wie einen üblichen Anschluss. Behandeln Sie die Fugen im Bereich von Durchdringungen für eine durchgehende Bekleidung. Schließen Sie mit einer Sichtkontrolle auf Risse ab und führen Sie bei Verdacht auf Luftnachströmung einen lokalen Rauchtest durch.
Sonderfälle: Revisionsöffnungen, Technikzugänge, Einbauspots und Anforderungen an den Brandschutz
Rüsten Sie Revisionsöffnungen mit einem starren Rahmen und einer kompressiblen Dichtung aus. Beachten Sie bei Spots die Herstelleranleitung der Leuchte und vermeiden Sie direkten Kontakt zwischen Dämmstoff und Gerät, sofern dieses dafür nicht vorgesehen ist. Falls nötig, setzen Sie eine Schutzkappe oder einen aufgesetzten Kasten ein und achten Sie dabei auf den Brandschutz sowie auf die Luftdichtheit des Hohlraums.
Abnahmeprüfungen und Baustellennachweise: eingebrachte Masse pro m² bestätigen und den Einsatz dokumentieren
Die eingebrachte Masse berechnen und prüfen: bearbeitete Fläche, Sackzahl, Gesamtmasse und Plausibilität pro m²
Bei der Dämmung von Dachschrägen per Einblasverfahren beginnt die Abnahme mit der Berechnung. Ermitteln Sie die tatsächlich je Sparrenfeld behandelte Fläche (ohne Aussparungen). Zählen Sie die verbrauchten Säcke, prüfen Sie die Einzelmasse und berechnen Sie dann die Gesamtmasse und den Wert pro m². Die Plausibilität ergibt sich aus Ihrem Dichtesoll, nicht aus dem Bauchgefühl.
| Bearbeitete Fläche (m²) | Verwendete Säcke (St.) | Einzelmasse (kg) | Gesamtmasse (kg) | Masse pro m² (kg/m²) | Zielwert (kg/m²) | Abweichung (%) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| … | … | … | … | … | … | … |
Das Ergebnis prüfen: Wärmebildkamera (Wetterbedingungen), Erkennen von Fehlstellen und gezielte Nachbesserung
Führen Sie eine Kontrolle mit der Wärmebildkamera durch, wenn der Temperaturunterschied zwischen innen und außen ausreichend ist, ohne direkte Sonneneinstrahlung auf den Dachflächen und bei begrenzter Lüftung. Suchen Sie nach linearen Kältebereichen (Sparren), punktuellen „Löchern“ an den Bohrstellen und Luftleckagen am Fuß der Schräge. Korrigieren Sie mit gezielten Nachbesserungen, nicht mit einer kompletten Nachverfüllung.
Die Abnahme formalisieren: Sacknachweis, Selbstkontrollblatt, Fotos und Nachvollziehbarkeit 2026
Archivieren Sie den Sacknachweis und den Chargennachweis, Ihr Selbstkontrollblatt (Fläche, Masse pro m², Bohrbild, Verschlüsse) sowie eine Foto-Dokumentation vor, während und nach der Ausführung. Im Jahr 2026 sollten Sie datierte, möglichst georeferenzierte Fotos bevorzugen und eine eindeutige Baustellendokumentation führen, um schnell auf eine Kontrolle, einen Streitfall oder eine Bescheinigungsanfrage reagieren zu können; siehe auch Ihre Baustellen und Unterlagen vorbereiten.




