Einen geeigneten Untergrund vorbereiten, bevor Sie einen Kalk-Hanf-Putz aufbringen
Zulässige Untergründe und erforderlicher Zustand: Mauerwerk, Naturstein, Ziegel, Beton, Lehm und zu meidende Fälle
Ein Kalk-Hanf-Putz wird auf einen gesunden, mineralischen und diffusionsoffenen Untergrund aufgebracht. Zulässig sind, sofern stabil und tragfähig: mit Kalk vermauertes Mauerwerk, Naturstein, Vollziegel, roher offener Beton, reparierter Lehm und Lehmziegel sowie Lehmputz und Lehmbaustoffe. Auszuschließen, solange nicht entfernt: filmbildende Anstriche, durchnässter Gipsputz, dichte Zementputze, aktiver Salpeter, mehlige oder bröselige Untergründe. Nicht haftende Bereiche abschlagen und bis zum tragfähigen Material abbürsten.
Haftung und Regulierung: Spritzbewurf, Unterputz, Befeuchtung des Untergrunds je nach Jahreszeit
Zur sicheren Haftung zuerst einen gespritzten Kalk-Sand-Spritzbewurf aufbringen, danach einen ausgleichenden Kalk-Sand-Unterputz, bevor die Kalk-Hanf-Schicht folgt. Die Regel ist einfach: den Untergrund befeuchten, damit er dem Putz nicht das Wasser entzieht, aber kein freies Wasser stehen lassen.
| Schritt | Dicke (mm) | Untergrund vor dem Auftrag |
|---|---|---|
| Kalkspritzbewurf | 3 bis 5 | Matt-feucht |
| Kalk-Sand-Unterputz | 8 bis 15 | Matt-feucht |
Im Sommer in mehreren Durchgängen nachbefeuchten. Im Winter bei Frostgefahr auf Wasser verzichten und bei stabilen Temperaturen arbeiten.
Baustellenkritische Punkte: Salze, aufsteigende Feuchtigkeit, Risse, Fugen, Fensteranschlüsse
- Salze und Feuchtigkeit: erst die Ursache beheben, bevor mit einem Schlussaufbau geschlossen wird.
- Risse und Fugen: Fugen nacharbeiten, klammern oder reparieren, bevor geputzt wird.
- Anschlüsse: Blechabdeckungen, Tropfkanten und Laibungen sauber ausbilden, damit kein Wasser nachläuft.
- Kontrolle: relative Feuchte, Fugenzustand und Hohlstellen dokumentieren. Für die Unterlagen Fotos anfertigen.
Die richtige Dosierung des Hanf-Isolierputzes je nach Einsatzbereich bestimmen (thermische Korrektur oder Füllung)
Rezeptur nach Ziel wählen: Hanf-Isolierputz versus thermische Korrektur mit Hanf
Auf der Baustelle entscheidet die Schichtdicke über die Rezeptur und die Funktion. Die thermische Korrektur zielt auf eine eher dünne, gleichmäßige Schicht. Dafür braucht es etwas mehr Bindemittel, damit der Putz beim Abziehen trägt. Die Füllung (Isolierputz, dick in einer oder mehreren Lagen) setzt stärker auf das Volumen des Zuschlags, um Schwindung zu begrenzen. In beiden Fällen gilt dieselbe Logik der Dokumentation. Ein Kalk-Hanf-Putz wird im Eimer dosiert, aber über Haptik und Zusammenhalt geprüft.
Praxisdosierung im Eimer: Kalk, Hanfbeton (Zuschläge), Wasser und zulässige Zusätze
| Einsatz | Kalk (Eimer) | Hanf (Eimer) | Wasser (Eimer) |
|---|---|---|---|
| Thermische Korrektur | 1 | 2,5 | 0,7 bis 0,9 |
| Dämmfüllung | 1 | 3 bis 3,5 | 0,9 bis 1,1 |
Kein Zement zusetzen. Zusätze sind nur zulässig, wenn sie vom Bindemittel oder von einem technischen Systemnachweis vorgesehen sind. Die Wassermenge an die Feuchte des Hanfs anpassen.
Mischung mit dem Zwangsmischer: Reihenfolge des Einbringens, Mischzeit, erwartete Konsistenz und Kontrollen auf der Baustelle
Zuerst 2/3 des Wassers einfüllen. Dann den Kalk zugeben, anschließend den Hanf in 2 bis 3 Portionen. 3 bis 5 min mischen. Ziel ist eine kohäsive Handkugel ohne freies Wasser am Boden. Wenn die Mischung staubt, etwas Wasser nachgeben. Wenn sie Wasser absetzt, Hanfanteil erhöhen oder die Mischzeit verkürzen.
Die Schichtdicke pro Lage und das Auftragen beherrschen, um Risse und Ablösungen zu vermeiden
Übliche Schichtdicken je Lage: Spritzbewurf, Putzlage, Finishlage und Wartezeiten zwischen den Lagen
Bei einem Kalk-Hanf-Putz steuert die Schichtdicke pro Lage die Terminplanung. Nicht alles in einer einzigen Lage aufbringen: auf dem Papier sparen Sie Zeit, in der Ausführung verlieren Sie sie durch Nacharbeiten.
| Lage | Schichtdicke pro Lage (mm) | Wartezeit bis zur nächsten Lage (h) |
|---|---|---|
| Spritzbewurf | 3 bis 5 | 24 bis 48 |
| Putzlage | 15 bis 25 | 48 bis 168 |
| Finishlage | 3 bis 7 | 24 bis 72 |
Verarbeitungsschritte: Spritzen, Abziehen, Verdichten, Glätten und Umgang mit Anschlussstellen
Gleichmäßig spritzen, dann mit der Richtlatte abziehen. Kräftig verdichten, um Schwund zu begrenzen, und glätten, sobald die Oberfläche „anzieht“. Bei Anschlussstellen auf Kante oder Fuge enden, den Rand leicht aufrauen und frisch in frisch anschließen.
Armierungen und Details: Gewebe, Ecken, Laibungen, Holz-Mauerwerk-Anschlüsse, Sonderpunkte und Feuchte
Gewebe im äußeren Drittel an Ecken, Laibungen und Übergängen der Untergründe einbetten. Bei Holz-Mauerwerk-Anschlüssen den Untergrund zunächst stabilisieren, etwa mit Schilfrohrmatte oder durchgehendem Gewebe, bevor Material aufgetragen wird. Feuchtigkeit und mehlige Untergründe führen sicher zu Ablösungen: dazu auch das Feuchterisiko und die Möglichkeiten zu seiner Beherrschung beachten. Den Feuchtezustand kontrollieren und während der Erhärtung vor Wind, Regen und Frost schützen.
Die reale Trocknungszeit eines Kalk-Hanf-Putzes verstehen und die Einflussfaktoren kennen
Was beim Trocknen passiert: Kalkbindung, Verdunstung, Carbonatisierung und Risiken bei zu schneller Trocknung
Bei einem Kalk-Hanf-Putz steckt hinter dem Begriff „Trocknung“ eigentlich ein Dreiklang. Der Kalk bindet ab, freies Wasser wandert zur Oberfläche und verdunstet. Parallel dazu härtet der Luftkalk durch Carbonatisierung aus, indem er CO2 aufnimmt. Trocknet die Oberfläche zu schnell aus (volle Sonne, Zugluft, stark saugender Untergrund), bildet sich eine Kruste. Die Feuchte bleibt eingeschlossen und es folgen Risse, Kreidung oder weich bleibende Bereiche.
Jahreszeiten und Bedingungen: Temperaturen, Luftfeuchte, Lüftung, Sonne/Wind und realistische Spannen Sommer/Winter
Der wichtigste Faktor bleibt die Schichtdicke pro Lage. Arbeiten Sie über 5 °C, bei stabiler Luftfeuchte und regelmäßiger Lüftung, jedoch ohne direkten Luftstrom. Vor Sonne und Wind schützen, die die Oberfläche zu schnell „zumachen“.
| Jahreszeit | Typische Bedingungen (°C, r. F. %) | Vor einer diffusionsoffenen Schlussbeschichtung (Tage) |
|---|---|---|
| Sommer | 18 bis 28, 45 bis 65 | 10 bis 21 |
| Winter | 5 bis 12, 70 bis 90 | 28 bis 60 |
Wie Sie prüfen, ob es trocken ist: einfache Tests, Feuchtegehalt, Warnzeichen (Schimmel, Kreidung, Rissbildung)
Visuelle Kontrolle und Messung kombinieren. 24-h-Folientest: keine Beschlagbildung. Am gleichen Punkt mit einem Materialfeuchtemessgerät den Trend prüfen, nicht einen Absolutwert. Für eine empfindliche Endbeschichtung die Beurteilung über die Carbide-Methode an einer Bohrprobe absichern. Warnzeichen: Modergeruch, Flecken, Kreidung beim Reiben, aktive Risse oder eine Feuchte, die nicht mehr sinkt. Um das Zielklima einzugrenzen und böse Überraschungen zu vermeiden, können Sie vor den Arbeiten auch den Luftfeuchtewert im Haus prüfen.
Ihren Bauzeitenplan aufbauen: Reihenfolge der Gewerke und Fristen, die Sie dem Kunden nennen sollten
Typischer Ablauf: Untergrundvorbereitung → Kalk-Hanf-Putz → Trocknung → Schlussbeschichtungen (Anstrich, Kalkanstrich, Feinputz)
Auf einer sauberen Baustelle nennen Sie eine Größenordnung und sichern die Kontrollpunkte ab. Entscheidend ist die Restfeuchte vor den Schlussarbeiten.
| Schritt | Dicke (cm) | Einzuplanende Zeit (Tage) | Kontrollpunkt |
|---|---|---|---|
| Untergrundvorbereitung | 0 | 0,5 bis 2 | Tragfähiger Untergrund, Haftung, Schutz der Fenster |
| Spritzen oder Abziehen | 3 bis 5 | 1 bis 3 | Schichtdicke eingehalten, Kanten geschützt |
| Trocknung vor den Schlussarbeiten | 3 bis 5 | 21 bis 56 | Stabile Luftfeuchte, keine kalten Zonen |
Die Folgegewerke frühzeitig einplanen: Fenster, Elektro, Vorsatzschalen, Heizung und Schutz während der Trocknung
Die Gewerke, die Durchdringungen oder Befestigungen herstellen, müssen vorher durch sein. Fenster eingebaut und Anschlussfugen endgültig ausgeführt. Elektro und Leitungen mit freigegebenen Aussparungen abgestimmt. Vorsatzschalen und Schalterprogramme warten bis zum Ende der Trocknung. Schutzeinrichtungen, provisorische Sockelleisten und Abdeckungen der Verkehrsflächen beibehalten.
Praxistipps, um 2026 die Fristen einzuhalten: Lüftung, Entfeuchtung, Zusatzheizung und Grenzen, die nicht überschritten werden sollten
Um Zeit zu gewinnen, kontinuierlich lüften und bei Bedarf entfeuchten, aber nicht überheizen. Eine langsame Aufheizung anstreben und thermische Schocks vermeiden, die Risse verursachen. Zur Sicherung der Trocknung können Sie außerdem die Taupunktberechnung nutzen, um Kondensation an den Bauteiloberflächen zu vermeiden.
| Parameter | Ziel | Zu vermeidende Grenze |
|---|---|---|
| Lufttemperatur (°C) | 10 bis 22 | > 25 |
| Relative Luftfeuchte (%) | 50 bis 65 | > 75 |
| Lüftung | Kontinuierlicher Luftaustausch | Lokale Zugluft |




