Die Baustellendaten erfassen, die den PV-Ertrag beeinflussen
Einstrahlung der Region: Warum dieselbe kWp-Leistung je nach Standort unterschiedlich viel erzeugt
| Zu erfassende Angabe | Einheit | Referenzquelle |
|---|---|---|
| Jahresstrahlung | kWh/m²/Jahr | PVGIS, Solaratlas |
| Azimut des Feldes | ° | Dachaufnahme |
| Neigung des Feldes | ° | Dachaufnahme |
| Horizontmaskenwinkel | ° | Geländeerhebung |
Für eine zuverlässige Ertragsberechnung gehen Sie von einer Einstrahlung aus einer lokalen Referenz (z. B. PVGIS) aus. Vermeiden Sie einen pauschalen Wert in kWh/kWp. Zwischen zwei Regionen kann die Differenz vom Einfachen bis fast zum Doppelten reichen.
Ausrichtung und Neigung: den realen Einfluss auf die Jahresproduktion messen
Erfassen Sie den Azimut mit einem korrigierten Kompass oder über Plan und Bezugspunkte, anschließend die Neigung mit dem Neigungsmesser. Spielen Sie diese beiden Werte in Ihre Berechnung der Solarstromproduktion ein. Ein Ost-West-Dach wird in zwei Dachflächen behandelt, nicht als Mittelwert.
Verschattungen und Schattenwurf: Verluste erkennen, bevor Sie einen Wert nennen
Kartieren Sie die nahen Verschattungen (Attika, Kamin, Bäume, Nachbargebäude) und die fernen Verschattungen (Horizontlinie). Qualifizieren Sie den Zeitraum (Winter, Morgen, Tagesende) und den String-Typ (Strings, Optimierer). Ohne Quantifizierung der Verschattung bleibt die Kalkulation fragil.
Die PV-Ertragsberechnung Schritt für Schritt bis zur kWh/Jahr aufsetzen
Schritt 1: Von der jährlichen Einstrahlung (kWh/m²/Jahr) und der nutzbaren Fläche ausgehen
| Gebiet (Größenordnung) | Einstrahlung auf Kollektorebene (kWh/m²/Jahr) |
|---|---|
| Norden | 1 |
| Mitte | 1 |
| Süden | 1 |
Ermitteln Sie die Einstrahlung auf Modulebene mit einem Tool wie PVGIS, bei realer Ausrichtung und Neigung. Die nutzbare Fläche ist die Summe der verlegten Modulfächen, nicht die Dachfläche. Behalten Sie den Wert kWh/m²/Jahr als Eingangsgröße bei.
Schritt 2: In Leistung (kWp) umrechnen und dann die AC-Energie (kWh/Jahr) abschätzen
Rechnen Sie anhand der Moduldatenblätter in kWp um. P(kWp) = nutzbare Fläche (m²) x STC-Wirkungsgrad. Anschließend setzen Sie Ihre Berechnung der Solarstromproduktion an. Theoretische Energie (kWh/Jahr) = P(kWp) x Einstrahlung (kWh/m²/Jahr) x 1 m²/kW.
Schritt 3: Einen realistischen Verlustkoeffizienten anwenden (Kabel, Wechselrichter, Temperatur)
| Verlustposten | Typischer Wert (%) |
|---|---|
| Temperatur | 5 bis 10 |
| Wechselrichter | 2 bis 4 |
| DC+AC-Kabel | 1 bis 3 |
| Verschmutzung und Verschattung | 2 bis 8 |
Diese Verluste fassen Sie zu einem globalen PR zusammen, häufig zwischen 0,75 und 0,85, je nach Standort und Material. Die geschätzte AC-Energie ergibt sich dann zu Energie = P(kWp) x Einstrahlung x PR. Dieser PR lässt sich in der technischen Prüfung und in Ihrer Berechnungsnotiz gut begründen.
Die Falle eines einzigen Richtwerts vermeiden: je nach Zone und Montage kann der Unterschied vom Einfachen bis zum Doppelten reichen
Ertragsgrößenordnungen nach Region vergleichen, ohne einen einzigen Wert festzuschreiben
Um einen Ertrag zu beziffern, vermeiden Sie die Reflexreaktion „1 kWp = X kWh/Jahr“. In der Praxis variiert der Ertrag deutlich mit der geografischen Lage und den Verlustannahmen. Geben Sie eine Größenordnung aus einem Wetterdatensatz (PVGIS, Meteonorm) an und passen Sie sie dann an die Montage an.
| Zone (Beispiele) | Ertrag bei Südmontage 30° (kWh/kWp/Jahr) | Ertrag bei Ost/West-Montage 10° (kWh/kWp/Jahr) |
|---|---|---|
| Norden | 900 bis 1 40 | 760 bis 920 |
| Westen | 1 000 bis 1 200 | 850 bis 1 020 |
| Zentrum-Ost | 1 150 bis 1 350 | 980 bis 1 160 |
| Mittelmeerraum | 1 350 bis 1 650 | 1 150 bis 1 380 |
Wann Ausrichtung oder Neigung Ihre kWh/Jahr-Zusage „auffressen“
Das Risiko ist nicht die installierte Leistung, sondern der Montage-Delta. Bei einer Berechnung der Solarstromproduktion kippen eine ungünstige Ausrichtung, eine geringe Neigung, ein schlecht belüftetes Feld oder eine ferne Verschattung schnell Ihre Zusage.
| Parameter | Typischer Einfluss auf kWh/Jahr (%) |
|---|---|
| Ost/West statt Süd | -10 bis -20 |
| Neigung 10° statt 30° | -3 bis -10 |
| Nicht berücksichtigte Teilverschattung | -5 bis -30 |
Wie man eine Bandbreite statt einer zu optimistischen Zahl präsentiert
Nennen Sie eine Bandbreite, zum Beispiel P50 und P90, mit schriftlich festgehaltenen Annahmen zu Angebot, Standort, Azimut, Neigung, Horizont und Gesamtverlusten. So behalten Sie eine vertragliche Reserve und können den Unterschied gegenüber einem Billiganbieter begründen, der mit einem pauschalen Wert wirbt.
Die Produktion in eine Photovoltaik-Dimensionierung übersetzen, um die richtige Leistung anzubieten
Vom Kundenbedarf (kWh/Jahr) zur zu installierenden Leistung (kWp), ohne zu überdimensionieren
Sie gehen vom Jahresbedarf aus und rechnen ihn über einen lokalen Ertrag in Leistung um. Die Berechnung der Solarstromproduktion basiert auf der Einstrahlung der Region, Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Systemverlusten. Einfache Berechnungsgrundlage. Zu installierende Leistung (kWp) = Bedarf (kWh/Jahr) / Ertrag (kWh/kWp/Jahr).
| Zone (Frankreich) | Richtwert Ertrag (kWh/kWp/Jahr) | Übliche Systemverluste (%) |
|---|---|---|
| Norden, Osten | 900 bis 1 1100 | 10 bis 20 |
| Mitte, Westen | 1 050 bis 1 250 | 10 bis 20 |
| Süden | 1 200 bis 1 600 | 10 bis 20 |
Eigenverbrauch, Einspeisung, Speicher: was sich an der Dimensionierung ändert
Bei Eigenverbrauch dimensionieren Sie auf Basis des gemessenen Tageslastgangs, nicht des Jahresgesamtverbrauchs. Bei Einspeisung entscheiden Sie eher nach Netzanschlussgrenze und dem Verhältnis PV-Feld/Wechselrichter. Der Speicher erzeugt keine kWh. Er verschiebt kWh, daher wird die Batterie nach dem Lastprofil dimensioniert, nicht nach der Spitzenleistung.
Die Plausibilität mit Dach- und Netzanschlussbedingungen prüfen
Validieren Sie die nutzbare Fläche, Technikzonen, Anordnung, Verschattungen und anschließend die statische bzw. bauliche Plausibilität. Auf Netzseite legen Sie Anschlussleistung, ein- oder dreiphasig, Schutzorgane, einpoligen Schaltplan und Anforderungen an die Inbetriebnahme fest. Dokumentieren Sie Ihre Annahmen; genau das trägt im Gegen-Gutachten.
Vollständiges Praxisbeispiel: eine Anlage von A bis Z kalkulieren (Methode 2026)
Ausgangsannahmen: lokale Einstrahlung, Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Material
Die Berechnung der Solarstromproduktion beginnt mit einer Einstrahlung auf der Ebene aus einer Wetterdatenbank (z. B. PVGIS), danach legen Sie Geometrie und Material fest. Beispiel unten, anzupassen nach Verschattungsaufnahme und Wechselrichterwahl.
| Parameter | Wert | Einheit |
|---|---|---|
| DC-Leistung | 6 | kWp |
| Einstrahlung auf der Ebene | 1650 | kWh/m²/Jahr |
| Ausrichtung | Südost | |
| Neigung | 20 | ° |
| Verschattung (Zielverlust) | 5 | % |
Detaillierte Berechnung: Verluste, finaler PV-Ertrag und Ergebnis in kWh/Jahr
Kombinieren Sie die Verluste und halten Sie einen stimmigen globalen PR ein. So erhalten Sie einen spezifischen Ertrag und anschließend die Jahresenergie.
| Posten | Wert | Einheit |
|---|---|---|
| Temperatur | 7 | % |
| Wechselrichter | 2 | % |
| Kabel und Verbindungen | 2 | % |
| Verschmutzung | 3 | % |
| Resultierender PR | 0,83 | |
| Spezifischer Ertrag | 1330 | kWh/kWp/Jahr |
| Jahresenergie | 7980 | kWh/Jahr |
Rückgabe an den Kunden: Berechnungstabelle, Annahmen und Grenzen im Angebot klar benennen
Legen Sie dem Angebot die Tabelle bei und listen Sie auf, was das Ergebnis verändert. Wetterquelle, nicht fein modellierte Verschattungen, Netzausfälle und Berechnungsunsicherheit ±10 in kWh/Jahr. Ergänzen Sie die angesetzte Moduldegradation (z. B. 0,5 %/Jahr) und den genauen Umfang der eingerechneten Verluste.



